Der Todes-Virus greift wieder um sich, und tarnt sich diesmal als prominentes Engelchen, obwohl es beteuert, eigentlich "kein Engel" zu sein.
Schenkte ich der dpa-Meldung über die polizeiliche Festnahme vor einem Auftritt in einer Frankfurter Diskothek, und die anschliessende Inhaftierung wegen schwerer Körperverletzung wenig Aufmerksamkeit, änderte sich mein Interesse mit dem Lesen der aktuellen
News zu HIV & AIDS.
XX, Mitglied der Mädchenband "No Angel" soll zwischen 2004 und 2006 mit "mehreren" Männern, sprich drei, ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben, trotz Kenntnis ihrer HIV-Infektion.
Bisher dachte ich immer, dass
Lucy AIDS hat, und
Sandy sich seit längerem für die Prävention einsetzt. Nun ist XX tatsächlich infiziert, und wird sofort zur kriminellen Virenschleuder abgestempelt, da sich
angeblich einer ihrer drei Sexualpartner bei ihr infiziert haben könnte. Jedoch ist alles bisher ein Verdacht, der noch bewiesen werden muss!
Der Haftrichter rechtfertigt die Untersuchungshaft wegen
Wiederholungsgefahr - als ob XX sich - nach dieser
Medienhetze - den nächsten Mann schnappen und ihn infizieren würde....
Diese Reaktionen zeigen die typischen Verhaltensmuster gegen HIV-Positiven in unserer Gesellschaft; wenn es sich dabei - wie bei XX - um eine Person des "öffentlichen Lebens" handelt, ist der Schutz der Persönlichkeit reine Nebensache. Die Sensationsgier will befreidigt werden: vom
Aufstieg und Fall eines Popstars ist die Rede, und im Netz würden seit längerem
Gerüchte um ein sogenanntes "Zwangsouting" kursieren. Beschämend, doch wir - und vorallem die Presse - sind alle keine Engel.