...bin ich normalerweise nicht, wenn ich meine halbjährliche Untersuchung beim Zahnarzt mache. Schliesslich pflege ich meine Beisserchen gründlich, und somit gibt es selten etwas zu bohren. Doch dieses Jahr hat es mich erwischt: nachdem ich bereits dreimal in den Zahnarztstuhl meines Vertrauens versinken durfte, stand heute ein Termin beim Kieferchirurgen an.
Zwei meiner Backenzähne hatten sich Mitte Februar entzündet, und mussten nun entfernt werden. Klingt eigentlich ganz einfach, doch für mich gestaltete sich dieser Eingriff als grössere Aufgabe. Nicht dass es Schwierigkeiten mit dem Kieferchirugen gegeben hätte. Nein, dieser Doktor hat mit meiner Kieferbehandlung keine Probleme
wie andere, im Gegenteil: bei ihm wurde ich behandelt wie jeder andere Patient. Von Diskriminierung, falsch projezierten Ängsten usw. keine Spur.
Diffizil war dagegen das Prozedere drum herum. Aufgrund der HIV-Infektion leide ich unter
Thrombopenie, und benötige für einen solchen gravierenden Eingriff
Thrombozyten-Konzentrat, damit ich nicht verblute. Dieses musste gestern angefertigt werden, und wurde mir heute morgen mittels Infusion transfundiert. Erst danach konnte ich zum Chirurgen, um meine beiden Backenzähne ins Jenseits zu befördern.
Zugegeben, es ging rasch und die Spritze war nicht schlimm. Doch seither sitze ich hier und kühle mein Mündlein, dem ein Redeverbot erteilt wurde. Okay, dass stehe ich durch

Aber immer noch fliesst etwas Blut - trotz Transfusion, trotz Kühlung und etlicher Eiswürfel....ich freue mich auf eine lange Nacht. Nicht flachlegen (lassen) lautet das Motto

.